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presseberichte ¦ 1995
 
 
EIN LEBEN WIE EIN TRAUM
Ihre Geschichte klingt wie das Märchen vom Aschenputtel. Mit ihrer glockenhellen Stimme heimst Mariah Carey nicht nur einen Preis nach dem anderen ein - sie hat sich inzwischen zu einem richtigen Superstar hochgesungen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Sony-Boss Tommy Mottola, lebt das süße Gesangstalent in einem romantischen Märchenschloss, das von einem riesigen Waldstück umgeben ist. Unzählige Zimmer, darunter ein eigenes Tonstudio und ein Schwimmbad, befinden sich in der Traumvilla. "Oft weiß ich gar nicht, in welchem Raum ich mich aufhalten soll. Die Auswahl ist zu groß", beklagt sich Mariah lachend.

Aber die 25jährige führte nicht immer ein so unbeschwertes Leben. Als Kind war Goldkehlchen Mariah arm wie eine Kirchenmaus und wegen ihrer ungewöhnlichen Familie oft ziemlich alleine. Mariah bezeichnet sich selbst als Mischling. Ihr Vater ist Schwarzer vene- zuelicher Abstammung, und auch ihre irische Mutter ist eine ziem- liche Exotin: Priscilla sang als Operndiva an der New Yorker Oper.

Als Mariah drei Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden. Mariah und ihre älteren Geschwister - Schwester Alison und Bruder Morgan - reisten mit der Mutter von Auftrittsort zu Auftrittsort. Die vielen Umzüge machten es den Kindern schwer, irgendwo richtig Fuß zu fassen und Freunde zu finden. Die süße Sängerin wurde zum Außenseiter und wuchs fast nur unter Erwachsenen auf. "Wir sind in meiner Kindheit mindestens zehnmal umgezogen. Manch- mal hatten wir so wenig Geld, dass wir bei Freunden meiner Mutter wohnen mussten. Oft habe ich sogar auf dem Fußboden geschla- fen, weil ich kein eigenes Bett hatte. Wir konnten uns nur selten neue Schuhe und KLamotten leisten, daher musste ich sie so lan- ge anziehen, bis sie total aufgetragen waren", erinnert sich Mariah an die harten Tage ihrer Jugend. "Vielleicht sind Schuhe deshalb heute meine große Leidenschaft", fügt sie hinzu. "Ich habe immer geträumt, einen ganzen Schrank voll davon zu haben - und heute habe ich das!"

Die ständige Armut war nicht der einzige Schicksalsschlag: Ihr Bru- der Morgan erkrankte an Epilepsie, was die Familie sehr belastete.

"Schon immer stand mein Berufsziel fest: Ich wollte Sängerin wer- den, deshalb trällerte ich den ganzen Tag vor mich hin. Meine Mut- ter witzelte oft, dass ich wahrscheinlich auch als Embryo in ihrem Bauch gesungen hätte." Das Talent der Kleinen zeigte sich schon bald: Im zarten Alter von sechs Jahren komponierte sie ihren ersten Song!

Mit dreizehn Jahren fing Mariah an, in einer Schulband zu singen. "Sogar während des Unterrichts verbrachte ich die meiste Zeit da- mit, Songs zu schreiben!" Nach der Schule fuhr sie in ein Tonstu- dio, das Freunden der Mutter gehörte und nahm ihre ersten Songs auf. Manchmal kam sie erst um fünf Uhr morgens aus dem Studio. "Ich fuhr nach Hause und hatte dann noch genau drei Stunden, bis ich wieder aufstehen und in die Schule gehen musste. Aber ich gewöhnte mich an diesen Rhythmus und hoffte immer, dass sich die Mühe eines Tages bezahlt machen würde", erzählt Mariah nachdenklich und streicht eine goldblonde Locke aus dem Gesicht.

Bis zu ihrem endgültigen Durchbruch war es jedoch ein langer, be- schwerlicher Weg. Mit 16 Jahren verließ das Stimmwunder die Schu- le und zog von Long Island nach New York. Um überhaupt über- leben zu können, nahm sie diverse Jobs als Tellerwäscherin, Gar- derobiere und Kellnerin an und finanzierte sich damit die Miete für ihre erste eigene Wohnung. "Ich hatte zwar ein Dach über dem Kopf, aber für eine gemütliche Einrichtung reichte es noch lange nicht. In den ersten Monaten schlief ich auf einer alten Matratze, die auf dem Boden lag. Im Winter fiel im Haus ständig die Hei- zung aus, und ich fror erbärmlich", erinnert sich die blonde Mariah traurig und schlägt die Augen nieder.

Nach zehn frustrierenden Monaten als Kellnerin wendete sich das Blatt: Die Sängerin Brenda K. Starr engagierte Mariah für den Background-Chor. "Brenda war so gut zu mir!" schwärmt die 25jäh- rige. "Sie nahm mich auf die Party ihrer CD-Präsentation mit und drückte dort dem Boss ihrer Plattenfirma mein Demo-Tape in die Hand", sprudelt die bildhübsche Sängerin hervor.

Zufällig bekam Sony-Boss Tommy Mottola das Tape in die Hände und hörte es sich auf seinem Nachhauseweg an. "Wer hätte da- mals gedacht, dass wir uns eines Tages in einander verlieben würden?! Ich ahnte nicht einmal, dass Tommy mein Tape hatte", erzählt das scheue Girl. "Von Brendas Manager erhielt er meine Telefonnummer und bat mich am nächsten Tag in sein Büro. Ich war wahnsinnig aufgeregt und konnte kaum sprechen: Tommy bot mir einen Plattenvertrag an!"

Das war die Geburtsstunde von Mariahs Karriere. Ihre erste Single "Vision of Love" wurde 1990 veröffentlicht und raste sofort an die Spitze der Charts. Das Debüt-Album "Mariah Carey" knüpfte an diesen Erfolg an und verkaufte sich weltweit über sieben Millionen mal. Von da an ging es steil bergauf. Die 1991 erschienene CD "Emotions" wurde ein absoluter Bestseller. Und auch die folgenden Alben "MTV Unplugged" (1992) und "Music Box" (1993) stürmten in rasendem Tempo die Charts.

1993 war auch privat das absolute Glücksjahr für Mariah. Am 5. Juni führte Tommy Mottola seine strahlende, ganz in Weiß ge- kleidete Prinzessin in Manhattan vor den Traualtar. "Vor Tommy habe ich noch nie einen festen Freund gehabt. Als ich mich in ihn verliebte, war es umso heftiger. Bei unserem ersten Treffen trug ich eine billige Footballjacke und schlief auf einer alten Matratze auf dem Boden. Er dagegen war der Boss einer der größten Plat- tenfirmen. Unsere Leben hätten nicht verschiedener sein können. Aber die Liebe hat alle Schranken überwunden. Ich bin so glück- lich, wie ich es nie für möglich gehalten hätte." Auf dem rau- schenden Hochzeitsfest feierten neben zahlreichen Freunden auch Stars wie Barbara Streisand, Robert De Niro und Bruce Springsteen.

Dass ihr Mann zwanzig Jahre älter ist, stört Mariah nicht. "Nur die Liebe zählt: Tommy versteht mich, und ich verstehe ihn", schwärmt die dympathische Sängerin. "Mein großer Traum ist wahr gewor- den!"




Danke an Kevin für den Scan!
 
 
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