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presseberichte ¦ 1995
 
 
WER WIRD DIE NEUE POP-QUEEN?
Schön sind alle vier. Berühmt auch! Und ihr Ehrgeiz, erfolgreichste Pop-Diva aller Zeiten zu werden, eint sie sowieso. Whitney Houston setzt auf ihr riesiges Stimmvolumen. Janet Jackson möchte ir- gendwann "mehr Platten verkaufen als mein großer Bruder Mi- chael". Madonna prahlt: "Meine besten Songs habe ich noch gar nicht geschrieben." Und Mariah vertraut auf den lieben Gott, der ihr "bisher alles ermöglicht hat, wovon sie geträumt hat."

Vier Superstars im friedlichen Wettstreit um die Krone der Pop- Queen. Alle kommen in diesen Tagen mit neuen Alben auf den Markt. Alle hoffen, dass sich ihre Musik besser verkauft als die der Konkurrenz. Wer wird gewinnen?

MADONNA, noch die Nummer 1 (weltweit 80 Millionen Alben ver- kauft), strotzt vor Selbstbewusstsein. Die 37jährige auch auch Grund dazu: Sie ist die Sängerin mit den meisten Tophits aller Zei- ten. Elfmal standen ihre Singles in den Charts ganz oben. Und ihr fällt immer etwas Neues ein - so wie bei ihrem letzten Hit "Human Nature", wo sie sich mit jazziger Stimme erstmals an Clubmusik ranwagte. Eine Madonna darf man nie abschreiben. Ihr Handicap: Sie bringt kein neues Album heraus, sondern nur ein "Best of..." (Titel: Something To Remember").

WHITNEY HOUSTON ist Madonna dicht auf den Fersen, hat mit 79,5 Millionen Alben weltweit nur 500 000 weniger verkauft. Sie könnte noch in diesem Jahr die neue Nummer 1 werden. Wenn sie doch nur nicht so faul wäre! Zu mehr als zwei Songs hat sich Whit- ney, 32, auf dem Album "Waiting To Exhale" nicht überreden las- sen. Statt dessen sind TLC, Brandy oder Toni Braxton zu hören. Schade, denn Whitneys Titelsong (gleichzeitig ihre neue Single) kommt bei den Radio- und Fernsehsendern ganz gut an. Selbst in der Sát.1- Fußballsendung "ran" wurde das Video schon mehrfach gespielt.

JANET JACKSON liegt - was die Gesamtverkäufe ihrer Alben an- geht (bisher 25,5 Millionen) - zwar hoffnungslos zurück, aber die 29jährige ist tatendurstig. Und einfallsreich: Ihrem Bruder Michael hat sie die Tanzakrobatik abgeschaut, die sie neuerdings effekt- voll in jedem verkaufsfördernden Videoclip einsetzt. Als erste Pop- sängerin überhaupt baute sie Alltagsgeräusche in die Klangstruk- turen ihrer Musik ein (wie bei "Rhythm Nation 1814"). Und sie will aus jedem ihrer Konzertbesucher auch einen Plattenkäufer ma- chen. Unter anderem deswegen war sie von 1993 bis vor ein paar Monaten auf einer Endlos-Tournee. Manko bei ihrem Angriff auf die Pop-Krone (zumindest die des Jahres): Auf ihrem neuen Best- of-Album "Design Of A Decade" fehlen fünf ihrer Tophits.

MARIAH CAREY ist mit 25 die Jüngste im Quartett. Die Ex-Kell- nerin aus New York hat eine atemberaubende Karriere hinter sich. Mit 18 meldete sie sich auf eine Zeitungsanzeige hin als Back- groundsängerin. Sie bekam den Job. Zwei Jahre später wurde sie nach ihrem ersten Nummer-1-Hit ("Vision Of Love") bereits als neue, als "weiße" Whitney Houston gefeiert. Wie die hat auch Mariah ein eindrucksvolles Stimmvolumen über vier Oktaven, das Publikum und Kritiker gleichermaßen beeindruckt. Ihre erotisch- naive Ausstrahlung zieht die Fans zusätzlich in Bann. Mariah Carey hat in kurzer Zeit schon 60 Millionen Alben verkauft, ist die einzige der vier Pop-Diven, die ein Album mit neuen Songs herausbringt (Titel: "Daydream"). Erfolgsprognose: sehr vielversprechend. Ma- riah kann Madonna und/oder Whitney Houston schon im nächsten Jahr vom Thron stoßen.

Übrigens: Wenn's nach den Deutschen geht, heißt die Pop-Queen Whitney Houston. Die "Gesellschaft für erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung" führte exklusiv für GALA eine aktuelle, repräsen- tative Umfrage unter 1000 Deutschen zwischen 16 und 60 durch: Wer ist die Königin des Pop? Mehr als die Hälfte aller Befragten entschied sich für Whitney. Nur bei den 16- bis 29jährigen ging's knapp aus: 31% für Whitney, 30% für Madonna.




Danke an Kevin für die Scans!
 
 
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