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presseberichte ¦ 1994
 
 
EIN SEXY LÄCHELN VERBIRGT DEN SCHMERZ
Ihre Karriere ist der ultimative amerikanische Traum, wie man vom Tellerwäscher zum Millionär wird. Mariah Careys Erfolgsstory konn- te nur in den USA geschrieben werden.

Die erotische Sängerin war Kellnerin in New York und versuchte ver- zweifelt, entdeckt zu werden. Eines Tages auf einer Party händigte sie dem Boss einer Plattenfirma ein Demo aus... und es gelang! Mariah bekam einen Plattenvertrag... und einen Ehemann.

Sony Chef Tommy Mottola liebte nicht nur Mariahs Stimme, son- dern auch den Rest von ihr. Nach einer Reihe von Hits wurden die beiden letztes Jahr getraut, ein Märchen mit Happy-End. Hiter ih- rem sexy Lächeln verbigt die 24jährige Sängerin, deren letztes Album "Music Box" bisher von den Kritikern am besten aufgenom- men wurde, allerdings einige für sie schmerzhafte Dinge.

Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Mariah gerade mal drei Jahre alt war. Das hat Narben hinterlassen, so dass sie es sich sicher zweimal überlegt hat, ob sie selbst den Gang vor den Traualter wagen sollte.

Ihr Stiefvater stellte dann das nächste Problem für Mariah dar, die eine Million vom "Playboy" ablehnte, weil sie nicht nackt posieren wollte.

Mariah, die ihren Namen einem Song aus [dem Musical] "Paint Your Wagon" verdankt, hätte das Geld vielleicht gut gebrauchen können, denn der merkwürdige Mann ihrer Mutter Patricia brachte sie vor Gericht, weil er einen Teil ihres Vermögens für sich bean- spruchte.

Mariah hat es mit ihm aufgenommen und gewonnen, aber durch diese Erfahrung ist sie vorsichtig im Hinblick auf Schmarotzer ge- worden.

"Wenn man reich wird, setzt der Druck ein. Die Ratten kommen aus ihren Löchern", sagt sie. "Aber ich kann mich nicht beschwe- ren, ich wollte nichts anderes tun, als mit dem Singen meiner Lieder Erfolg zu haben." Die Sache mit Stiefvater Joseph Vian war aber vergleichsweise ein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, was Mariah mit ihrer älteren Schwester Alsion durchmachen muss.

Alison, die geschieden ist, wurde nach der Geburt ihres zweiten Kin- des, Michael, durch verseuchtes Blut mit AIDS infiziert.

Als sich die 34jährige die tödliche Krankheit zuzog, meinte die ge- schockte Mariah: "Ich werde das Beste für meine Schwester tun, was ich kann... zusammen werden wir das Beste aus dieser tra- gischen Situation machen."

"Alles, was man tun kann, ist denjenigen zu lieben, sie oder ihn sehr zu lieben. Wenn so etwas jemandem aus der eigenen Familie zu- stößt, ist das eine sehr persönliche Sache, mit der man fertig wer- den muss."

Und Mariah, die im Duett mit Luther Vandross mit einer guten Coverversion des Klassikers "Endless Love" wieder in den Charts vertreten ist, hat Wort gehalten. Sie hat viele Live-Auftritte in Amerika abgesagt, um Zeit für Michael und seinen älteren Bruder Sean zu haben. Eine Mariah sehr nahestehende Person hat er- klärt: "Sie hat sich geweigert, auf Tour zu gehen, und viele an- dere Sachen abgelehnt, um mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können." "Es ist eine furchtbare Situation, aber Mariah ist ganz hingebungsvoll zu den Kindern und sie behandeln sie wie eine zweite Mutter."

Sie hat einen Treuhandfonds für die beiden Jungen angelegt und sich sogar überlegt, ihre Neffen zu adoptieren, wenn Alison stirbt.

Ihre familiären Probleme haben die Aufregung gedämpft, die Nummer 1 unter den Sängerinnen in Amerika zu werden. Ihr De- bütalbum "Mariah Carey" verkaufte sich weltweit neun Millionen mal, brachte ihr zwei Grammys ein und außerdem über eine Million Dollar.

Dass zwischen Mariah und Whitney Houston Vergleiche gezogen werden, ist offensichtlich. Es gab eine Zeit, da hasste sie es, wenn man sie die "weiße Whitney" nannte... heute bekommt man dafür nur ein Schulterzucken von ihr. Als die beiden sich zum ersten Mal tra- fen, war Mariah, die im Gegensatz zu Whitney ihre Songs selbst schreibt und produziert, angenehm überrascht. "Sie war wirklich nett, und wir haben uns eine Weile unterhalten", sagt Mariah. "Es wird immer wieder versucht, eine Rivalität zwischen uns herbeizu- dichten. Ich glaube, wir hören uns überhaupt nicht gleich an."

Ihre Geschichte ist ein Märchen, und Mariah selbst gibt zu, dass das schon immer ihr Traum gewesen ist.

"Als kleines Mädchen habe ich mir immer selbst etwas vorges- ungen. Meine Stimme war wie ein Freund für mich. Es ist etwas, das ich in mir habe, und ich kann mir nicht vorstellen, ohne es zu leben."

"Ich kann verstehen, warum die Leute meinen, meine Geschichte wäre ein bisschen wie das Märchen von Cinderella." Jeder, der weiß, welche Schmerzen es hinter dem Traum gibt, kann nur hoffen, dass sie auch weiterhin ihren Anteil an schönen Dingen bekommt.

Ein neuer Rekord
Mariah Careys Album "Music Box" ist in Amerika zum bestverkauf- ten Album ausgerufen worden, das eine Sängerin in den letzten zehn Jahren herausgebracht hat. Seit der Veröffentlichung im August 1993 wurden bis dato weltweit sieben Millionen Exemplare verkauft. Janet Jackson folgt ihr hartnäckig auf den Fersen. Von ihrem Album "Janet" wurden immerhin schon sechs Millionen Stück verkauft.




Danke an Kevin für die Scans!
 

 
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