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presseberichte ¦ 1994
 
 
MARIAH CAREY IM INTIM-INTERVIEW
Mit der LP "Music Box" ist sie in der ganzen Welt top. HIT! fühlte der deutschen Doppel-Nummer-eins (LPs und Singles) auf den Zahn

In Deutschland hast du mit deinem Album und der Ballade "Without You" zugleich Platz 1 der Charts belegt. Wie fühlst du dich dabei?
Es ist einfach ein großartiges Gefühl. Mit dem Erfolg, den ich zur Zeit weltweit habe, bin ich überglücklich!

Welcher deiner Songs sind dir lieber? Die sanften Balladen oder die groovigen Clubhits?
Ich mag beide Arten. Ich finde es toll, dass ich in der Lage bin, verschiedene Stilrichtungen zu singen. Von "Dreamlover" haben wir zum Beispiel einen Remix gemacht, der ein großer Clubhit war. Diese Version unterschied sich sehr vom Original.

Was hat Michael Jackson gesagt, als er hörte, dass du eine Ver- sion seines Songs "I'll Be There" aufgenommen hast?
Er sagte zu mir, dass er den Song wirklich mag und dass ich eine wirklich schöne Version gesungen habe. Ich fühlte mich dadurch wirklich geschmeichelt, weil er als Kind eine unglaubliche Stimme hatte und diese Stimme das ganze Feeling des Songs ausmacht.

Hat dich jemals ein Song zu Tränen gerührt?
Es passiert schon manchmal, dass dich Emotionen überwältigen, wenn du einen Song vorträgst. Songs sind wie ein kleines Stück von dir selbst, und ich habe jedes Mal das Gefühl, etwas sehr Wichtiges zu singen. Ich kann mich daran erinnern, dass ich "Without You" immer geliebt habe, wenn ich den Song als Kind hörte. Also kann auch ich von Songs emotional berührt werden.

Seit einem Jahr bist du jetzt mit deinem Plattenboss Tommy Mottola verheiratet. Was sagst du zu Vorwürfen, dass du ihn geheiratet hast, um deine Karriere voranzubringen?
So etwas ist nicht einmal einen Kommentar wert. Alles, was ich sa- gen kann, ist, dass ich schon vor meiner Hochzeit viel Erfolg hatte. Jemand so wichtiges im Plattenbusiness wie er kann natürlich einem Anfänger einen guten Start verschaffen. Aber er könnte niemals erreichen, dass ich Millionen Platten verkaufe. Er könnte nie die Fans überzeugen, in die Plattenläden zu gehen und meine Platte zu kaufen. Die Fans sind es nämlich, die einen Star machen und dafür sorgen, dass man einer bleibt. Niemand sonst - egal, wer es ist - kann das erreichen.

Wie hat Tommy den Heiratsantrag gestellt?
(Sie seufzt nervös) Nun, es war sehr romantisch, weil er ein großer Romantiker ist. Er ist ein sehr guter Mensch. Und auch die Hochzeit war wunderbar.

Wer hat damals deinen Hochzeitsstrauß gefangen?
Vor unserem Haus hatten die ganze Nacht Fans gewartet. So bin ich nach Mitternacht nach draußen gegangen und habe ihn ihnen zuge- worfen. Ich halte nämlich nichts von der Tradition, dass der, der den Hochzeitsstrauß auffängt, als nächster heiratet.

Habt ihr euren Hochzeitswalzer zu einem deiner Songs getanzt?
Wir haben zu "You And I", einem Song von Stevie Wonder, ge- tanzt.

Hast du jemals daran gedacht, deinen Namen in Mariah Mottola zu ändern?
Nein, nie. Mariah ist schon ein sehr ungewöhnlicher Name. Deshalb muss ich einen sehr einfachen Nachnamen haben, damit es nicht blöd klingt!

Hast du jemals eine andere Mariah getroffen?
Nicht bis vor drei Jahren. Dieses Mädchen war die Freundin einer Freundin. Aber sie hatte immer erklärt, sie heiße Maria, weil nie- mand Mariah buchstabieren konnte. Und das kann ich gut nach- fühlen, denn ich habe früher das gleiche gemacht. An eine Mariah kann man sich nämlich nur schwer erinnern.

Hast du bereits von Fans gehört, die ihre Tochter nach dir Ma- riah benannt haben?
Ja, es gibt ein Paar, das seinem Baby den Namen Mariah Cara ge- geben hat. Ich finde das ziemlich cool!

Deine Mutter hat dich in Interviews über deine Kindheit als ziem- lich früh erwachsen bezeichnet. Hast du niemals total verrückte Sachen gemacht?
Doch, natürlich war ich auch ausgeflippt. (Sie lacht) Aber ich war als Kind immer gerne mit Erwachsenen zusammen. Das ist es wahr- scheinlich, was meine Mutter gemeint hat. Mir machte es damals Spaß, mit Erwachsenen zusammenzusitzen und mit ihnen über ihre Erwachsenenthemen zu sprechen. Aber ich konnte trotzdem da- mals auch schon - wie ein Kind eben - verrückte Dinge machen.

Was war das Verrückteste, was du in jüngster Zeit getan hast?
Lass mich nachdenken. Ich verhalte mich immer ziemlich verrückt, wenn ich eine Achterbahn sehe. Diese Fahrgeschäfte machen mir unheimlich viel Spaß. Und ich suche mir immer die Achterbahnen aus, die die meisten Menschen am meisten verunsichern. Mir kann es nicht verrückt genug abgehen; ich bin ständig auf der Suche nach absolut ausgeflippten Achterbahnen!

Du sollst ein ziemlicher Workaholic sein. Wie entspannst du am besten?
(Sie seufzt) Das ist wirklich schwer! Ich schlafe soviel ich kann. Aber das ist schwer, denn ich habe manchmal Probleme einzuschlafen. Ich treffe mich gerne mit alten Freunden. Ich gehe gern in Ver- gnügungsparks, fahre dort Achterbahn und Wasserrutschen. Außer- dem kann ich wunderbar ausspannen, wenn ich ausreite.

Hast du dich jemals in Lederklamotten geschmissen und so richtig abgerockt?
(Sie lacht) Nein, abgerockt habe ich noch nie! Ich höre mir viel Hip Hop und Rap an, ansonsten mag ich Mainstream-Music. Ich höre mir viel Musik im Radio an, vor allem, wenn ich Auto fahre. Aber ich mache meine Mitfahrer immer verrückt, weil ich ständig die Sender wechsle.

Wie unterscheidet sich die Privatperson Mariah Carey von dem Star?
Ich glaube, ich bin auf der Bühne ernsthafter als privat. Aber das kommt wahrscheinlich daher, dass ich viele Balladen singe. Das, was ihr auf der Bühne seht, ist nicht die ganze Mariah Carey. Der Star macht nur etwa ein Zehntel meiner gesamten Persönlichkeit aus.

Machst du noch normale Dinge, die andere Menschen auch tun müssen, wie zum Beispiel Wäsche waschen?
Nein, ich habe noch niemals meine Wäsche selbst gewaschen. Das habe ich immer gehasst! (Sie lacht und schüttelt sich bei dem Ge- danken daran) Ich würde die Wäsche einfach liegen lassen. Aber deswegen bin ich noch lange keine Primadonna, sondern ein ziemlich normaler Mensch. Ich bin immer noch die normale Mariah Carey von früher. Ich will nie abheben - denn, wenn das passiert, geht es meist ziemlich schnell mit der Karriere abwärts.

Du hast früher mal als Bedienung gearbeitet. Kannst du dich noch an diese Zeit erinnern?
Woran ich mich vor allem erinnere, ist, dass ich diesen Job ge- hasst habe! Er ist der schlimmste Beruf, den man sich vorstellen kann. Jeder, den man bedient, denkt, dass man im Restaurant lebt und ständig für den Gast da ist. Die Gäste behandeln dich nicht als normalen Menschen; deshalb war diese Zeit ziemlich schwer für mich. Und am schwersten ist mir die Arbeit gefallen, weil ich sie gar nicht tun wollte. Es gibt Menschen, die sagen: "Da muss ich einfach durch." Aber ich konnte das nicht, weil ich den Job rich- tig gehasst habe! Ich hatte eine schreckliche Einstellung zu dieser Arbeit.

Haben dir Kolleginnen vorgeworfen, dass du eine schlechte Be- dienung bist?
Nein, weil ich damals jedem erzählt habe, dass ich eine schlechte Bedienung bin. Deshalb wäre ein solcher Vorwurf nichts Neues ge- wesen. (Sie lacht) Ich war wirklich schlimm!




Danke an Kevin für den Scan!
 
 
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