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presseberichte ¦ 1993
 
 
ICH BIN KEINE WINSELSTUTE
Traumfrau Mariah Carey über ihre Karriere, ihr Leben und ihre Person...

Auch mit deinem neuesten Mega-Hit "Dreamlover" beweist du wieder einmal, was du stimmlich drauf hast. Hast du ein Geheim- rezept, wie du deine Stimme pflegst und trainierst?
Eigentlich mache ich mir keine großen Sorgen um meine Stimme, obwohl sie manchmal natürlich ermüdet. Ich glaube auch nicht an diese angeblichen Wundermittel wie Cheyenne Pfeffer und Chilli- soße. Ich glaube, das einzige, was wirklich hilft, ist viel Schlaf, Honig und Tee. Die alten Hausmittel sind das Beste.

Es gibt das Gerücht, das du mit deiner Stimme Glas zerspringen lassen kannst. Stimmt das?
In meinem Haus sind alle Spiegel und Gläser noch ganz. Ich kann nicht ganz glauben, dass so etwas überhaupt möglich ist. Und aus- probiert habe ich es auch noch nicht. Aber ein Fan von mir hat mir einmal geschrieben, dass jedes Mal, wenn er meinen Song "Some- day" hört, seine elektrische Garage in einem bestimmten Moment von alleine aufgeht.

Manche Kritiker bezeichnen dich als Winselstute, da du in deinen Songs oft den Ton sehr lange hälst. Ärgert dich so etwas?
Nein. Ich arbeite nur mit Leuten zusammen, die wirklich singen können. Und ich versuche, meinen Job gut zu machen. Ich singe nun eben mal sehr gefühlvoll. Wen wundert das schon. Ich schrei- be nämlich meine Songs selber und sie bedeuten mir sehr viel. Außerdem kann ich nicht erwarten, dass alle Menschen meine Stimme und meine Songs mögen. Aber natürlich weiß ich, dass meine Stimme etwas anders als die vieler Sänger ist und das ruft manchmal sehr extreme Reaktionen hervor.

Auf der Bühne wirkst du immer sehr ernst und ziemlich sensi- bel. Bist du privat auch so?
Ich bin normalerweise viel offener und lustiger. Aber bei einer Ballade kann man doch nicht die ganze Zeit lachen, oder?

Und wie bist du privat? Schmeißt du dich in heiße Lederkla- motten und flippst so richtig zu einem fetzigen Rock-Song aus?
Nicht ganz. Ich rocke nicht ab. Aber ich höre wahnsinnig gerne Hip- Hop und Blues. Ich höre eigentlich den ganzen Tag Radio und singe immer mit. Das führt manchmal dazu, dass die Leute um mich verrückt werden. Vor allem, wenn ich im Auto unterwegs bin. Denn dann wechsle ich alle fünf Minuten den Sender. Außerdem mache ich  gerne irgendwelche verrückten Sachen.

Zum Beispiel?
Ich liebe es, Rollschuh laufen zu gehen. Ich werde dann wieder zu einem Kind. Und ich fahre wie eine Verrückte. Mein Mann Tommy erschaudert immer, wenn er mich so sieht. Außerdem suche ich ständig nach neuen, noch schnellern, noch besseren Rollschuhen.

Du bist also trotz deines Erfolges ein normaler Mensch geblie- ben, der auch seine Wäsche noch selber macht?
Nein. Ich habe noch nie meine Wäsche selber gewaschen. Ich hasse das. Ich lasse eigentlich immer alles auf dem Boden liegen. Hausfrau wäre für mich der falsche Beruf. Aber trotzdem mal ganz ehrlich, damit kein falscher Eindruck entsteht. Ich bin wirklich keine Primadonna, sondern genau so geblieben, wie ich immer war. Und ich will niemals mit erhobener Nase herumlaufen und die Wurzeln zu meiner Vergangenheit verlieren. Das wäre ein sehr schlimmer Fehler, den ich nicht begehen werde.




Danke an Kevin für den Scan!
 
 
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